Hier erscheinen in kürzeren Abständen eigene Beiträge zu verschiedenen Themen des Naturschutzes, die uns am Herzen liegen oder die gerade besonders aktuell sind und zu denen wir Ideen und Vorstellungen entwickelt haben.

Auch Berichte über außergewöhnliche Naturerlebnisse sollen hier in einer speziellen Rubrik publiziert werden.

Wenn Sie, liebe Besucher der Internetseite, etwas zur Rubrik "Besondere Naturerlebnisse" beizutragen haben, dann können Sie uns per E-Mail an nabu.erfurt(at)t-online.de Ihren kurzen Textbeitrag und gegebenenfalls Ihre Fotos dazu schicken. Ausgewählte interessante Beiträge veröffentlichen wir dann auf dieser Seite, behalten uns aber eine redaktionelle Bearbeitung vor.


 

Vom Nutzen der Stadtbäume

 

Bäume in der Stadt – wir finden sie in Parks, in Hausgärten, in Gartenanlagen, in Höfen, an Straßen, Wegen, Plätzen und an fließenden und stehenden Gewässern. Ohne Bäume wäre eine Stadt kahl und öde – und nicht nur im Sommer sehr ungemütlich.

Viele Stadtbewohner wissen den Wert der Bäume zu schätzen. Wenn Baumaßnahmen anstehen oder anderweitige Gefahren drohen, verteidigen sie die Altbäume oder fordern Neupflanzungen.

Aber was ein Baum wirklich alles leistet, dessen sind sich nur wenige bewusst.

  • Bäume filtern den Staub und Schadstoffe aus der Luft.
  • Sie nehmen Kohlendioxid auf und geben Sauerstoff ab.
  • Sie verbessern die Luftfeuchtigkeit und den Luftaustausch.
  • Sie dämmen den Schall.
  • Sie spenden Schatten.
  • Sie schaffen allein durch ihren Anblick eine Atmosphäre des Wohlbefindens.
  • Sie bieten Nist- und Ruheplätze für die Vögel und andere Lebewesen.

Bäume in Erfurt
Bäume in Erfurt
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Doch die Bäume haben es schwer, vor allem im Innenstadtbereich. Sie haben keinen Raum, die Baumscheiben sind zu eng, der Boden ist zu stark verdichtet, ihre Wurzeln können sich nicht entfalten. Die wichtige Biomasse am Boden wird durch Maschinen wie Laubsauger zerstört. Auch Streusalz setzt den Bäumen zu. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass die Stadtbäume in einem schlechten Zustand sind. Sie können in der Stadt nicht alt werden und sterben langsam ab.

Wenn die Bäume erst einmal krank sind, dann können wegen der Verkehrssicherungspflicht Fällungen nicht mehr vermieden werden. Doch es dauert viele Jahre, ehe ein alter Baum durch Neupflanzungen, falls überhaupt welche vorgenommen werden, vollwertig ersetzt ist.

Angesichts dessen müsste alles für einen gesunden Baumbestand getan werden. Es ist schwer zu begreifen, dass Stadtplaner die Bäume eher als Schmuckelemente betrachten und ihren wahren Wert nicht erkennen wollen. Sichtachsen und Parkplätze sind wichtiger.

In südlichen Ländern Europas gibt es in den Städten überall diese wunderschönen schattigen Plätze, häufig mit alten Platanen bestanden, wo man Ruhe und Erholung findet. Bei uns sind die meisten Plätze kahl. Man ist ja bestrebt, die historischen Stadtbilder zu erhalten oder wiederherzustellen, und die dürfen durch Bäume nicht verdeckt werden.

In den Randbereichen der Städte werden Neupflanzungen im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach dem Bundesnaturschutzgesetz vorgenommen. Aber die zuständigen Behörden sind in der Regel aus objektiven Gründen nicht in der Lage, die Qualität der Ausführung zu kontrollieren.

Bäume in Erfurt-Töttleben
Bäume in Erfurt-Töttleben
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Die Bäume vertrocknen, weil sie zur Unzeit gepflanzt und nicht gewässert werden. Oder sie werden einfach nur in die Pflanzlöcher gesteckt, ohne dass die Erde angedrückt wird. Baumpfähle werden entweder gar nicht erst angebracht oder zu früh wieder entfernt. Und neu gepflanzte Bäume, die abgestorben sind, werden nicht ersetzt.

Unsere Stadtbäume sind wichtig für unsere Gesundheit und für unser Wohlbefinden. Eine Verbesserung des Baumschutzes in der Stadt ist deshalb in unserem ureigenen Interesse. Dafür gibt es verschiedene Ansatzpunkte.

Der NABU Erfurt setzt sich dafür ein, dass durch den Schutz des Baumbestandes in der Stadt Erfurt, vor allem der Altbäume, und durch Neuanpflanzungen, insbesondere in den Randbereichen, gute Voraussetzungen für ein gesundes Stadtklima erhalten bleiben.

Bernd Krüger

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(Quelle: Wolf-Eberhard Barth, Naturschutz: Das Machbare, Paul Parey, Hamburg)

 

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Lehmgrube bei Schmira (Jahnteich)

 

Die Lehmgrube bei Schmira, auch als „Jahnteich“ bekannt, stand in den letzten Monaten immer wieder im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Grund hierfür war das Verenden Dutzender Fische. Die Lehmgrube ist, wie der Name schon sagt, ein künstliches Gewässer, das aus dem einstigen Abbau von Lehm entstanden ist. Nachdem der Abbau eingestellt wurde, füllte sich die Grube mit Wasser und wird seitdem nur durch Niederschlag gespeist. Einen Ab- bzw. Zufluss gibt es nicht. Dies bedeutet, in niederschlagsarmen Perioden sinkt der Wasserspiegel, und in den letzten Jahren sank er beträchtlich.

Lehmgrube_1

Da es sich bei der Grube um einen bedeutenden Lebensraum u.a. für Vögel, Amphibien und Libellen handelte, wurde sie durch die Untere Naturschutzbehörde unter Schutz gestellt. Gemeinsam mit dem nicht weit entfernten Kalkhügel bildet sie den Geschützen Landschaftsbestandteil "Kalkhügel"/"Fasanen-
jagdgebiet". Das Grundstück, auf dem sich die Lehmgrube befindet, wurde vom NABU Thüringen aufgekauft. Damit war die Lehmgrube für den Naturschutz rechtlich gesichert.

Die einstige Artenausstattung war beachtlich. So wurde dort noch bis Ende des letzten Jahrhunderts die Knoblauchkröte nachgewiesen. Aber auch Laubfrosch und Kammmolch laichten regelmäßig in diesem Gewässer und in den umliegenden Gewässern ab. Diese Amphibien sind nicht nur stark gefährdet, sie stehen als Arten von gemeinschaftlichem Interesse auch unter europarechtlichem und nationalem Schutz. Daher war es unbedingt notwendig, die Gewässer fischfrei zu halten.

Lehmgrube_2

Leider bewirkte das Verbot des Fischeinsatzes nur wenig. Einige Angler setzten Karpfen, Karauschen, Plötzen und sogar Welse aus, um an diesem Gewässer ihrem Hobby nachzugehen. Der bemerkenswerte Bestand an Amphibien und Libellen brach daraufhin zusammen, ihre Larven wurden zu Fischfutter. Der Ahndung dieser Ordnungswidrigkeit durch die Untere Naturschutzbehörde und wohl auch dem Bau der Autobahn ist es zu verdanken, dass die Attraktivität des Gewässers für Angler in den letzten Jahren erheblich nachgelassen hat.

Dennoch verblieben im Jahnteich noch Hunderte Fische. Ein großer Teil kam dieses Jahr mit dem Rückgang des Wasserspiegels und dem damit verbundenen sinkenden Sauerstoffgehalt um. Viele endeten vorab auf dem Mittagstisch von Anglern, ein Teil wurde durch die Mitglieder des NABU Thüringen und des NABU Erfurt abgefischt und ein weiterer Teil ging in die natürliche Nahrungskette ein.

Zukünftig soll der Jahnteich wieder ein Lebensraum für Gras-, Teich- und Seefrosch, für Kammmolch und für Libellen wie die Mosaik- und Azurjungfern werden. Voraussetzung dafür ist eine deutliche Dezimierung des derzeitigen Fischbestandes, optimal wäre ein fischfreies Gewässer. Eine erneute Fischentnahme ist daher geplant, auch eine Trockenlegung wird erwogen.

Lehmgrube_3

In diesem Zusammenhang sind die niedrigen Niederschlagsmengen der vergangenen Jahre, die zu einem deutlichen Defizit im Wasserhaushalt führten, durchaus positiv zu bewerten. Derartige niederschlagsarme Perioden treten immer wieder auf, was letztlich bedeutet, dass Fische in diesen "Himmelsteichen" (nur durch Niederschlag gespeist) keine Chance zum Überleben haben. Im Gegensatz zu Amphibien sind die klassischen "Anglerfische" nicht an diese wechselhaften Bedingungen angepasst. Kluge Angler wissen um solche natürlichen Zusammenhänge und setzen keine Fische in temporäre Gewässer aus, auch um ihnen unnötiges Leiden zu ersparen.

Yvonne Schneemann

 

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Die Fauna – Flora – Habitat – Richtlinie

 

Da man durch den weltweiten Rückgang der biologischen Vielfalt zunehmend auch die Lebensgrundlagen der Menschheit bedroht sah, verabschiedeten 1992 die Mitgliedsstaaten der EU die  Fauna – Flora – Habitat – Richtlinie¹ (kurz: FFH-Richtlinie). Diese Direktive stellt das konsequenteste einheitliche Rechtsinstrument des europäischen Naturschutzes dar. Gemeinsam mit der Vogelschutzrichtlinie²  dient sie der Umsetzung der Berner Konvention und der Biodiversitätskonvention.

Ziel der FFH-Richtlinie ist die Sicherung der biologischen Vielfalt durch den Erhalt der natürlichen Lebensräume und der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten auf dem Gebiet der Mitgliedsstaaten.

Ein wesentlicher Schritt dazu besteht in der Etablierung des Schutzgebietssystems NATURA 2000. Es begründet sich auf den Vorkommen der Lebensraumtypen und  Arten von gemeinschaftlichem Interesse, die in den Anhängen I und II der FFH-Richtlinie genannt sind.

Natura 2000

Für sie sind besondere Schutzgebiete auszuweisen und Maßnahmen für deren Bewirtschaftung festzulegen.

Besondere Beachtung finden prioritäre Lebensräume und Arten, welche vom Verschwinden bedroht sind und für deren Erhalt die Europäische Gemeinschaft eine besondere Verantwortung trägt, da ihr Verbreitungsgebiet in Europa liegt.

Neben dem Gebietsschutz enthält die FFH-Richtlinie auch Regelungen zum Artenschutz. Diese greifen insbesondere für Arten, welche sich nicht über eine Schutzgebiets- ausweisung schützen lassen, da sie ein großräumiges Areal besitzen, wie zum Beispiel die Wildkatze. Nach Artikel 12 und 13 treffen die Mitgliedsstaaten die notwendigen Maßnahmen, um ein Schutzsystem für die im Anhang IV aufgeführten Tier- und Pflanzenarten aufzubauen. Dieses verbietet, die aufgelisteten Tierarten absichtlich zu stören, zu fangen oder zu töten oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zu beschädigen oder zu vernichten. Die aufgeführten Pflanzenarten dürfen absichtlich weder gepflückt, gesammelt, abgeschnitten, ausgegraben oder vernichtet werden. Untersagt ist es weiterhin, diese Tier- und Pflanzenarten zu besitzen, zu transportieren, zum Handel anzubieten oder auszutauschen.

Darüber hinaus regelt die FFH-Richtlinie die Nutzung bestimmter Arten (Anhang V) unter der Voraussetzung, dass ihr Bestand dadurch nicht gefährdet wird. Gegebenenfalls sind zur Bestandssicherung Auflagen zu erlassen, um die Nutzung beispielsweise zeitlich, örtlich oder mengenmäßig zu regulieren.

Außerdem verbietet die FFH-Richtlinie bestimmte Methoden und Mittel des Fangs, der Tötung und Beförderung von Anhang-IV-Arten.

Das besondere an der FFH-Richtlinie ist, dass die Mitgliedsstaaten sich über die Einigung auf ein gemeinsames Ziel – den Erhalt der Biodiversität – dazu verpflichtet haben, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen. Über die durchgeführten Maßnahmen und deren Erfolg müssen sie regelmäßig Bericht erstatten. Der Zustand der Lebensraumtypen und der Arten der Anhänge II, IV und V wird in einem Monitoring überwacht und alle sechs Jahre in einem Bericht an die EU- Kommission übermittelt.

Kommt ein Staat seinen Verpflichtungen nicht nach, kann jede Person ebenso wie Verbände oder Gemeinden eine Beschwerde bei der EU-Kommission einreichen. Die EU-Kommission kann gegen die Staaten ein Vertragsverletzungsverfahren einleiten, wenn diese die Vorgaben der FFH-Richtlinie nicht im ausreichenden Maße umsetzen. Damit gelangt der Fall vor den Europäischen Gerichtshof. Bestätigt dieser die Klage und kommt der Staat seinen Verpflichtungen weiterhin nicht nach, kann die Kommission den Europäischen Gerichtshof ersuchen, ein Zwangsgeld zu verhängen.

Yvonne Schneemann

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¹ Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen

² Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten

 

weiterführende Links dazu:

► The Habitats Directive (Europäische Union)

► Die FFH-Richtlinie (Bundesamt für Naturschutz)

 

Fitness-Check des europäischen Naturschutzrechtes

Die EU-Kommission hat entschieden, die beiden wichtigsten Naturschutzgesetze, die Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Richtlinie zu erhalten. Diese waren unter dem Vorwand der "Entbürokratisierung" einem Fitness-Check unterzogen worden. In Wahrheit sollte den Interessen der Land- und Forstwirtschaft Rechnung getragen werden.

► Fitness-Check der EU-Naturschutzrichtlinien      PDF   


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Vogeltod an Fensterscheiben

 

Vögel können normale Glasflächen schwer erkennen. Sie sehen diese Fläche als Raumöffnung oder sie nehmen gespiegelte Landschaftselemente wie Bäume wahr, die sie anfliegen wollen. Dann prallen sie mit Wucht gegen die Scheibe, oft mit tödlichem Ausgang.

Die Kollisionsgefahr ließe sich durch Gardinen oder andere Dekorationsmaterialien an großen Fenstern und Glastüren ganz einfach minimieren. Welche Lösungen gibt es aber, wenn man auf einen freien Durchblick nach draußen nicht verzichten möchte und sich gleichzeitig für den Schutz der Vögel verantwortlich fühlt?

Dafür werden mittlerweile im Handel spezielle Vogelschutzfolien angeboten, die das ultraviolette Licht absorbieren und durch eine besondere Fähigkeit der Vögel als Hindernis erkannt werden. Für das menschliche Auge sollen solche Folien nahezu unsichtbar sein. Sie müssen in dichten Streifen auf die Scheiben aufgeklebt werden. Aber gänzlich unsichtbar sind die Folienstreifen leider nicht. Zudem muss man beachten, dass die Scheibenreinigung nur mit besonderer Vorsicht möglich ist. Es gibt auch bisher kaum praktische Erfahrungswerte über die Wirksamkeit dieser Folien und darüber, wie leicht sich die verbrauchten durch neue ersetzen lassen.

Vogelschutz

Mit einer neuen Erfindung, dem so genannten „Birdpen“, einem Filzstift, können durchsichtige, das ultraviolette Licht absorbierende Streifen auf die Glasscheiben gezeichnet werden. Das kann aber relativ aufwändig und teuer werden, da die Streifen in einigermaßen kurzen Zeitabständen, spätestens nach dem Putzen der Scheiben, erneuert werden müssen. Dennoch ist diese Methode ganz praktikabel, aber ein vollständiger Schutz ist auch damit nicht gewährleistet.

In der Broschüre des NABU "Glasflächen und Vogelschutz" werden außen am Fenster angebrachte Netze als "kurzfristige Lösung" bezeichnet. Eine solche Lösung ist sehr kostengünstig und die Netze sind leicht abnehmbar. Die Sicht nach draußen wird kaum eingeschränkt und die Vögel können die Netze scheinbar recht gut als Hindernis erkennen. Das abgebildete Fallbeispiel hat das nach einer längeren praktischen Erprobung bestätigt.

An den ungewohnten Anblick bei dieser Lösungsvariante kann man sich durchaus gewöhnen. Ein Problem ist jedoch die Befestigung der Netze. Handelsübliche Klebehaken halten nicht sehr lange und müssen ständig erneuert werden.

Nach unseren bisherigen Erfahrungen ist also festzustellen, dass sich freie Sicht bei großen Glasflächen und Schutz der Vögel vor Kollisionen schwer vereinbaren lassen. Eine perfekte Lösung scheint es dafür bisher nicht zu geben. Klare Priorität sollte aber der Vogelschutz haben.

Bernd Krüger

 

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Hummeln in Gefahr - um Mithilfe wird gebeten

Aufruf des Naturkundemuseums Erfurt

 

Insektensterben ist derzeit in aller Munde. Eine Gruppe leidet besonders darunter: die einheimischen Hummelarten. Jeder kennt Hummeln. Wenige wissen, wie wichtig sie für die Bestäubung unserer Blütenpflanzen sind, oft wichtiger als die Honigbienen. Hummeln fliegen und bestäuben selbst unter 6°C und bei Regen, während die Honigbiene mindestens 8°C benötigt, um effektiv Honig und Pollen sammeln zu können. In Thüringen gibt es 31 Hummelarten, 13 davon stehen schon auf der Roten Liste, 3 Arten sind aber bereits ausgestorben. Weitere werden folgen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Dunkle Erdhummel

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Durch die verfehlte Landbewirtschaftung der letzten Jahrzehnte ist der Bestand an Insekten, und damit auch an Bestäubern wie die Hummeln, stark zurückgegangen. Es ist an der Zeit, auch in unserer unmittelbaren Umgebung etwas für die Hummeln zu tun. Der erste Schritt dazu ist die Erfassung der Hummelvorkommen.

Der Förderverein des Naturkundemuseums Erfurt hat sich das Ziel gestellt, das Vorkommen von Hummeln im Stadtgebiet von Erfurt zu erfassen. In und um Erfurt gab es vor 100 Jahren noch ca. 20 Arten. Wie viele sind es heute? Welche Chancen haben wir, die Bestände zu erhalten? Diese Fragen sollten in naher Zukunft beantwortet werden.

Die Artbestimmung ist nicht immer einfach, ist doch die weithin bekannte Erdhummel (Foto) ein Komplex von 4 Arten, die nur mit starker Lupe oder unterm Mikroskop bestimmt werden können. Für die Erfassung der Erfurter Hummelfauna bitten das Naturkundemuseum und sein Förderverein die Erfurter Bürger um Mithilfe. Besonders Gartenbesitzer und Spaziergänger bemerken sehr oft die nützlichen Bestäuber. Oft fallen auch Hummeln dem Autoverkehr zum Opfer und liegen tot am Straßenrand - besonders häufig trifft es im Frühjahr die Hummelköniginnen auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen.

Wer bei der Erfassung helfen will, kann das ganze Jahr über tote Tiere im Naturkundemuseum (Große Arche 14, 99084 Erfurt) abgeben (oder einschicken). Die Tiere müssen aber mit genauem Fundort, Datum und Name des Finders – gern auch Adresse/Telefon für Rückfragen – versehen sein. Auch gute Fotos sind hilfreich, wenngleich man sehr selten darauf eine Art bestimmen kann. Auch hier sind die oben genannten Daten sehr wichtig. Die Fotos können auch per E-Mail gesendet werden: naturkundemuseum(at)erfurt.de. Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe!

Übrigens kann man auch für den Hummelschutz viel tun – ein loser Steinhaufen im Garten, bienenfreundliche (das sind einheimische und vor allem ungefüllte) Blumen und keine Giftspritzerei sind oft schon ausreichend.

 

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Erfassung von Nilgansbruten 2018 in Thüringen

Aufruf des Vereins Thüringer Ornithologen (VTO)

 

Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) trat erstmals im Jahr 2000 als Brutvogel in Thüringen auf. Seitdem hat sie große Teile des Landes besiedelt. Der Brutbestand nimmt seitdem weiterhin zu. Das Auftreten dieses Neozooen rückt landes- und bundesweit immer mehr in den Fokus. Obwohl die Art von vielen Feldornithologen gemeldet wird, gibt es bezogen auf die Brutvorkommen zumindest lokale Kenntnis-Defizite. Dies betrifft zum einen Regionen, die wenig von Ornithologen frequentiert werden, zum anderen Regionen, die gerade erst durch die Nilgans besiedelt werden.

Nilgänse

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Der VTO möchte daher gemeinsam mit der Vogelschutzwarte Seebach dazu aufrufen, im Jahr 2018 Nilgänse genauer zu erfassen und Brutvorkommen zu dokumentieren.
Abseits bekannter Brutansiedlungen sollten auch einzeln, paarweise bzw. in Gruppen auftretende Vögel gemeldet werden. Sie sind oftmals die ersten Anzeichen für Ansiedlungen.

Die Vögel sind sehr mobil, die Brutplätze können entfernt von Gewässern liegen. Die Nester sind meist schwer zu finden, sie können in Höhlen, am Boden (z.B. Fuchs- oder Kaninchenbauten), im Röhricht oder auch in Bäumen bzw. Gebäuden liegen. Besonders erwünscht sind Hinweise von Bruten auf Horsten von Greifvögeln, Störchen, Reihern.

Achten Sie bei den Meldungen auf korrekte Ortsangaben und verwenden Sie den richtigen Brutzeitcode.

Kontrollen können bereits im März beginnen, Gewässer sollten aber auch noch bis in den August kontrolliert werden. Spätbruten sind bei dieser Art nicht ungewöhnlich. In manchen gewässerreichen Regionen treten v.a. nach der Brutzeit größere Ansammlungen von mehreren Hundert Nilgänsen auf. Diese sind nicht direkt mit Brutvorkommen in der Nachbarschaft gleichzusetzen, hier ist Zuzug aus einem größeren Einzugsbereich wahrscheinlich.

Nilgänse

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Dennoch gibt die Entwicklung solcher Rastbestände Aufschluss über die Bestandsentwicklung. Daher sollen auch rastende bzw. Nahrung suchende Trupps gemeldet werden.

Im Zuge dieser Erfassung bietet sich an, die bisher noch in geringer Zahl vorhandenen Vorkommen von
Kanadagans (Branta canadensis) und
Rostgans (Tadorna ferruginea)
zu erfassen. Die Kanadagans ist in geringer Zahl seit 2012 Thüringer Brutvogel. Bei der Rostgans gab es eine Mischbrut mit der Nilgans und 2016 eine Brut am Helmestausee. Für diese Arten ist letztlich kein größerer Aufwand erforderlich, sie können bei der Suche nach Nilgänsen mit erfasst werden. Die Kanadagans ist dabei häufig mit Graugänsen vergesellschaftet, die Rostgans dagegen meist mit Nilgänsen.


Alle Meldungen sollten möglichst über das Internetportal ► https://www.ornitho.de eingegeben werden.
Ornithologen ohne Computer bitten wir, Ihre Beobachtungen über lokale Fachgruppen oder direkt an den Landeskoordinator Stefan Frick, Hopfengasse 2, 99084 Erfurt, Tel.: 0361/2187 3410, E-Mail: stefan-frick(at)gmx.net, zu melden. Bei größeren Datenmengen reicht eine Sammelmeldung pro Gebiet aus.

(aus ► www.ornithologen-thueringen.de)

 

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