Kranichexkursion zum Stausee Kelbra (21.10.2017)

 

Kraniche

Unsere diesjährige Kranichexkursion führte uns zum Stausee Kelbra. Wir hatten uns zunächst mit der Vorsitzenden des Fördervereins Numburg, Helga Bauersfeld, verabredet. Zugegen waren auch Vertreter des NABU Merseburg.

Frau Bauersfeld erzählte uns etwas über die Geschichte des Stausees Kelbra und der Naturschutzstation Numburg und berichtete anschließend über die Nutzungskonflikte am Kelbraer Stausee. Segelclub, Anglerverein, Tourismusverbände und Naturschutz verfolgen dort unterschiedliche Interessen.

Ein großes Problem aus Sicht des Naturschutzes ist, dass seit einigen Jahren weder für Kraniche noch für Limikolen (Watvögel) geeignete Rastplätze zur Verfügung stehen, da das Wasser der Talsperre nicht rechtzeitig und nicht im notwendigen Umfang abgelassen wurde. Ohne Schlickflächen finden die eintreffenden Limikolen keine ausreichende Nahrung, um die nötigen Fettreserven für ihren Weiterzug aufzubauen. Die Überlebenschancen sinken dadurch vor allem für die Langstreckenzieher unter ihnen drastisch. Und treffen die Kraniche keine Flachwasserzonen an, müssen sie sich Ersatzplätze auf Wiesen suchen, wo sie aber vor Fressfeinden wenig geschützt sind.

Ein weiteres Problem ist der massive Fischbesatz auf der Seite von Sachsen-Anhalt. Nicht nur, dass es auf Thüringer Seite ein Naturschutzgebiet gibt, wo der Einsatz verboten ist und die Fische sich leider nicht an die Ländergrenzen halten - die Fische tragen auch im erheblichen Maße zur Beeinträchtigung der Gewässergüte bei. Nicht zuletzt sind sie einer der Gründe, warum das Wasser nicht rechtzeitig und ausreichend aus der Talsperre abgelassen wird. Martin Schmidt, der stellvertretende Vorsitzende des NABU-Landesverbandes Thüringen, versprach Unterstützung bei der Durchsetzung von Lösungen, die den Anforderungen des Naturschutzes gerecht werden.

Wir schlossen uns dann einer vom Verein Numburg organisierten fachkundigen Führung an, und konnten sehr gut den Einflug der Kraniche beobachten - wie immer ein beeindruckendes Schauspiel. Es waren sogar einige Spektive im Einsatz. Zum Glück blieben wir von Regen verschont. Ganz in der Nähe war auch ein Paar Nilgänse zu sehen. Ein Seeadler tauchte ebenfalls auf und flog fast über unsere Köpfe hinweg.

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Exkursion zur Lehmgrube bei Schmira (Jahnteich, 06.11.2016)

 

Lehmgrube_3

Der NABU Erfurt hatte zu einer Exkursion zum Jahnteich eingeladen, um das Problem der dort illegal eingesetzten Fische vor Ort zu diskutieren. Dieses Angebot ist jedoch von keinem um das Fischwohl besorgten Bürger angenommen worden.

Ziel des Naturschutzes ist es, dass sich hier die natürlich vorkommende Lebensgemeinschaft wieder entwickelt.

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Hainich-Exkursion (15.10.2016)

 

Hainich

Auch unsere diesjährige Exkursion in den Hainich war wieder ein Erlebnis. Unter dem Motto „Unterwegs im Urwald“ wurden wir von einem Nationalpark-Ranger während einer dreistündigen Rundwanderung durch die herbstliche Hainichlandschaft geführt. Der Start war am Craulaer Kreuz. Von dort aus ging es über den Wartburgblick und durch den Sperbersgrund zurück zum Ausgangspunkt. Der Ranger erklärte uns unter anderem die Ziele des Nationalparks, die natürliche Waldentwicklung und Besonderheiten einiger Baumarten. Danach konnten wir in der Hainich-Baude in gemütlicher Atmosphäre ein kleines Mittagessen einnehmen. Im Anschluss besuchten wir noch den Baumkronenpfad und die Hainich-Ausstellung.

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Botanische Exkursion nach Luisenhall (18.06.2016)

 

Luisenhall_1

Regen, Krämerbrückenfest, ausgeschilderte Straßensperrung und eine Pressemitteilung, die nicht erschien – die Exkursion nach Luisenhall war ein echter Geheimtipp. Botanisch gesehen aber doch sehr bemerkenswert. Echter Eibisch, Spargelerbse, Falsche Fuchs- Segge, Strand-Milchkraut, Salz-Binse allesamt so selten, dass sie deutschland- oder thüringenweit auf der Roten Liste als gefährdet oder sogar stark gefährdet eingestuft werden.

Was im Namen einiger dieser und weiterer Pflanzen, wie Strand-Dreizack und Strand-Aster, schon anklingt, ist der hohe Salzgehalt im Boden, den sie ertragen können. Halophyten werden Pflanzen genannt, die eine erhöhte Konzentration von Salzen tolerieren oder sogar benötigen. Häufig findet man sie entlang der Meeresküsten, im Binnenland sind sie dagegen eher selten.

Aus diesem Grund erhielt „Luisenhall“ auch den Rang eines europäischen Schutzgebietes (NATURA 2000), damit die Besonderheit seiner Flora dauerhaft gesichert bleibt. Denn was sich an biochemischen Strategien herausgebildet hat, um dem permanenten Salzstress zu begegnen, ist nicht nur erstaunlich, sondern könnte auch ein Überlebensvorteil unter veränderten Umweltbedingungen sein.

Tatsächlich findet manche Halophyten auch entlang von Straßen, die im Winter häufig mit Salz gestreut werden. Doch das Gros dieser Arten bleibt rar, vor allem. wenn sie zusätzlich an feuchte oder nasse Lebensräume gebunden sind.

Luisenhall_2

Das Bild von Luisenhall ist im stetigen Wandel. Einst sumpfig, wurde es im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Salzgewinnung und als Kurbetrieb genutzt. Dieser wurde so beliebt (man spricht von bis zu 6.000 Gästen jährlich), dass die Nödaer Straße und der Bahnhof von Stotterheim gebaut werden mussten, weil die Postkutschen nicht mehr ausreichten. Der 2. Weltkrieg setzte dem florierenden Geschäft ein Ende und danach waren keine ausreichenden Mittel vorhanden, um die Saline wieder in Betrieb zu nehmen.

Aber der Salzgehalt im Boden war noch immer so hoch, dass sich bis zu Ende des letzten Jahrhunderts offene Bodenstellen hielten, auf denen nichts wuchs. Mittlerweile setzt sich das Wasser wieder durch und bietet neben etlichen verschiedenen Sauergräsern auch Libellen und  zahllosen Mücken ein gesichertes Auskommen.

Wer mehr zu Luisenhall und seinen Pflanzenarten wissen möchte, kann sich den September vormerken, dann wird es eine zweite Exkursion geben.

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Exkursion ins Alperstedter Ried (30.04.2016)

 

Einblicke in die Moorlandschaft Alperstedter Ried
Exmoor-Ponys, Heckrinder, Wasserbüffel und botanische Schätze

 

Exmoor-Ponys
Exmoor-Ponys im Alperstedter Ried
► Bildergalerie

Am 30.04.2016 hatte die Stiftung Naturschutz Thüringen zusammen mit dem NABU Erfurt und dem Heimat- und Kulturverein Alperstedt zu zwei geführten Exkursionen ins Alperstedter Ried eingeladen. Diese Veranstaltungen fanden eine große Resonanz. Es kamen insgesamt etwa 120 Leute. Stella Schmigalle, die Betreuerin des Beweidungsprojektes von Seiten der Stiftung Naturschutz Thüringen, war eine engagierte und fachkundige Führerin. Sie gab uns Einblicke in die Moorlandschaft, erklärte uns Hintergründe der Beweidung und zeigte uns einige botanische Schätze, wie z. B. die Knäul-Glockenblume (Campanula glomerata), die Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) und die Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum).  ► Pflanzenliste       PDF   

Eine besondere Rarität, die wir zu sehen bekamen, ist die Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris), wovon nur zwei Vorkommen in ganz Thüringen bekannt sind.  ► Artensteckbrief       PDF   

Um dem Alperstedter Ried, Thüringens größtem Durchströmungsmoor, wieder den natürlichen Wasserstand zurückzugeben, wurden künstlich angelegte Entwässerungsgräben geschlossen und Feuchtmulden für Wiesenbrüter und Amphibien angelegt. Der westliche Teil des Naturschutzgebietes und die angrenzenden Feuchtwiesen wurden auf 115 ha umzäunt, so dass dort vierbeinige Landschaftspfleger eingesetzt werden können. Seit Oktober 2015 übernehmen Exmoor-Ponys und demnächst auch Wasserbüffel und Heckrinder ganzjährig die Pflege der Feuchtlebensräume.

Sie sorgen dafür, dass die geschützten Lebensräume im Naturschutzgebiet auch bei höherem Wasserstand erhalten bleiben. Sowohl die Exmoor-Ponys als ursprünglichste englische Pferderasse als auch die Heckrinder sind an die Verhältnisse einer Ganzjahresbeweidung in einer Moorlandschaft gewöhnt. Träger des Beweidungsprojektes ist die ARUA-Agrar GmbH Mittelhausen.

(Quelle: Medieninformation der Stiftung Naturschutz Thüringen, April 2016)

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Vogelstimmenexkursion bei Gierstädt / Großfahner (24.04.2016)

 

Grauspecht
  Grauspecht      © Hans-Joachim Höhn / PIXELIO

Zu dieser Exkursion waren 16 Naturinteressierte gekommen. Andreas Fleischmann vom NABU Großfahner konnte uns einige Vogelstimmen vorführen und hatte darüber hinaus viel Interessantes zu erzählen. Die Teilnehmer lernten zum Beispiel den unverwechselbaren Ruf des Grauspechtes kennen, der häufig ganz in der Nähe zu hören war. Auch dem Gesang des Zaunkönigs, des Zilpzalps, des Rotkehlchens und anderer Singvogelarten konnte man lauschen. Man hörte auch den Wendehals rufen. Mit dem Fernglas konnte man einen Wanderfalken auf einem an einem Mast angebrachten Nistkasten beobachten.

Nebenbei erfuhr man noch einiges über den Obstanbau und die Entwicklung der Agrarlandschaft in dem Gebiet.

 

Zaunkönig
  Zaunkönig      © Stefanie Abel / PIXELIO

Da kaum noch Hackfrüchte angebaut werden und der Trend zu Monokulturen wie Mais und Raps sich immer weiter fortsetzt, sind die Vögel der Feldflur stark bedroht. Die Bestände der Feldlerchen beispielsweise sind merklich zurückgegangen.

Die Wanderung dauerte ca. 3 Stunden. Am Ende gab es in Großfahner in der Pension „Zum alten Hauptmann“ ein leckeres Frühstück. Es war trotz der Kälte an diesem Tag wieder eine gelungene und lehrreiche Veranstaltung.


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Wanderung durch den Steiger (17.04.2016)

 

Der Ungeheure Sumpf
Der Ungeheure Sumpf im Steiger

Auch diese Wanderung durch den Steigerwald wurde wieder von Diana Leischner vom Forstamt Erfurt-Willrode geführt. Diesmal war die Resonanz wesentlich größer als im vorigen Herbst, trotz des relativ schlechten Wetters. Auch eine Gruppe der NAJU Erfurt war dabei.

Schwerpunktthema der Wanderung waren die Amphibien und die Beeinträchtigung ihrer Lebensräume. Leider werden unvernünftigerweise immer wieder Fische in den Teichen ausgesetzt, die da nicht hingehören und den Laich der Amphibien fressen. Das hat dramatische Folgen für die Bestände dieser Arten.

Im Quellteich konnte zum Zwecke der Demonstration ein Teichmolch mit dem Kescher gefangen werden. Für die teilnehmenden Kinder war das ein tolles Erlebnis. Der Molch wurde natürlich sofort wieder in die Freiheit entlassen.

Man erfuhr auf der Wanderung auch einiges Wissenswertes über die verschiedenen Baumarten, z. B. warum die Eichen im Steigerwald stärker verbreitet sind als die Buchen und warum manche Baumstämme eine rotbraune Färbung aufweisen. Auch alte Grenzsteine und das wahrscheinlich größte Sühnekreuz Thüringens bekamen wir zu sehen.

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